NEXT STOP – SYDNEY

Die letzten Tage gingen ziemlich schnell vorbei und nun beginnt schon die letzte Woche für mich hier in Australien. Und das kommende Programm verspricht nochmal einiges! Heute mache ich mich mit den beiden Dutch-Girls auf den Weg nach Sydney. Von dort aus geht es am Freitag nach Newcastle, wo das größte Turnier der Spring-Season Australiens stattfindet, die Central Coast Sevens. In unserem ersten Spiel am Samstag treten wir gegen Brasilien an! Und auch die anderen Pools versprechen einiges mit den Nationalmannschaften Fiji, Australien und Club-Teams mit den Nationalspielerinnen Neuseelands. Beim gestrigen (meinem letzten) Tribe 7s Training haben uns die Coaches auch noch einmal gesagt, dass man nicht oft die Gelegenheit bekommt bei so einem großem Turnier zu spielen. Ich bin unglaublich glücklich darüber, dass ich für dieses Turnier nominiert wurde, denn von Anfang an war klar, dass ich mich dafür in den Wochen bis zum Turnier qualifizieren müsse. Und es ist mir erfolgreich gelungen – jetzt heißt es aber: die letzten Sachen für Sydney packen und Fokus aufs Wochenende!

Mehr Informationen zum Turnier und zum Livestream findet ihr hier:
http://wp.me/P53Ppy-2l

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GOLD COAST SEVENS

Da wir bei den Noosa Sevens “nur” vier Spiele hatten, war meine Freude auf das kommende Turnier riesig! Die National Gold Coast 7s beim Surfers Paradies Rugby Club sollten mein drittes Turnier mit den Tribe 7s in Australien werden. Es warteten fünf Spiele an nur einem Turniertag auf uns –  was für ein Wettkampf dachte ich mir, auf solche Turniere habe ich gehofft!

Nur leider kam es anders. Die Tage nach dem Turnier in Noosa lag ich krank im Bett und da es im Laufe der Woche nicht besser wurde, musste ich am Freitag zum Arzt gehen der mir Antibiotika verschrieben hat. Das Turnier war somit für mich gelaufen. Keine fünf Spiele – nicht mal eins! Aber wir machten uns auf den Weg zur Gold Coast…

Und auch dieses Turnier war mal wieder einfach sehr cool! Auf zwei Rugbyplätzen kämpften 12 Frauenteams um den Titel des National Gold Coast 7s Winner 2014. Zwei Nationalmannschaften in den Reihen sorgten für einen Wettkampf auf hohem Niveau. Unser Team hatte gleich drei Mal das Vergnügen gegen diese starken Teams anzutreten. Und zwar fand ein Spiel gegen Samoa statt und auf die Nationalmannschaft aus Papua New Guinea traf man gleich zwei Mal. Denn nach 3 Poolspielen (welche alle von 8 bis 10 Uhr stattfanden – die Pausen dazwischen waren echt zu kurz), dem Quarterfinal und dem Semifinal, war das Finale sogar das sechste Spiel des Tages, erneut gegen Papua New Guinea. Da wir auf einen harten Turniertag vorbereitet sein wollten, wurde ein Squad von 15 Spielerinnen nominiert.
Das Finale war ein verdammt starkes Spiel, beider Teams. Man hat den beiden Mannschaften einfach nicht angesehen, dass es mittlerweile ihr sechstes Spiel ist, welches sogar zwei Mal 10 Minuten lang ist. Von Anpfiff bis Abpfiff haben beide Teams in jeder Sekunde 100% gegeben, was auch die Herren vor Ort begeistert hat, wie sie bei der Siegerehrung anzumerken hatten. Doch eine Spielerin von Papua New Guinea hat im Endeffekt das Finale für ihre Mannschaft entschieden in dem sie allein drei Versuche gelegt hat – sie wurde Spielerin des Turniers. Wir verloren leider zum zweiten Mal gegen Papua New Guinea, mit einem Punktestand von 33:19.

Zur gleichen Zeit des National Gold Coast 7s-Turniers startete ein paar Kilometer entfernt die HSBC Sevens World Series der Männer. In der kommenden Saison wird nicht nur der Sieger der World Series 2014/15 ermittelt, es geht vor allem um die Qualifikation der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro! Den Startschuss der kommenden 9 Turniere erfolgte in Australien, mit den Gold Coast 7s (11. – 12. Oct).
Am Sonntag hatte ich das Vergnügen mir den zweiten Turniertag der Herren im Cbus Super Stadium live anzuschauen…ein Traum! Es ist ein perfekter Tag wenn man in diesem wahnsinnigem Stadion sitz und sich den ganzen Tag Sevens Spiele von den Besten der Besten anschauen kann! Eine riesige Überraschung war für mich, dass England den Sieger der World Series 2013/14 Neuseeland geschlagen hat! Aber genau das ist Sevens Rugby…da ist alles möglich! Highlight waren außerdem die Fans der Nationalmannschaft aus Fiji! Fast ausschließlich sah man das Hellblau, die Farbe ihrer Nationalflagge, in den Reihen des Publikums und richtig anfeuern, singen und jubeln konnten sie auch am Besten! Es war ziemlich beeindruckend! Zurecht hat es diese Mannschaft ist Finale geschafft und sich mit 31-24 gegen das Team aus Samoa durchgesetzt!

Die World Series der Frauen beginnt erst in ein paar Wochen mit dem ersten Turnier der Saison 2014/15 in Dubai! Ebenso wie bei den Männern, werden sich auch bei den Frauen die Teams der ersten vier Plätze am Ende der Series direkt für die Olympischen Spiele qualifizieren.
Um für diese spannende Saison gut vorbereitet zu sein, reiste die 7er-Nationalmannschaft aus Kanada nach Australien um gegen die Aussie Girls anzutreten. Zwischen dem Wettkampf der Männer fanden drei Testspiele zwischen Kanada und Australien statt (2 am Samstag, 1 am Sonntag). (Das erste Spiel konnte Kanada für sich entscheiden; das zweite ging an die Aussie Girls; sowie das dritte Spiel, welches die Australierinnen 17:15 gewannen.)

Was für ein cooles Wochenende vollgepackt mit tollem 7er-Rugby! <3

NOOSA SEVENS

Bei den Noosa International Sevens konnten wir, die Tribe 7s Girls, leider nicht ganz das erreichen, was wir uns vorgenommen haben. Unser Ziel war es das Finale der Club-Teams zu spielen. Doch leider haben wir am zweiten Turniertag das Halbfinale gegen Sunnybank sehr knapp mit 10:7 verloren. Demzufolge traf das Development Team Australiens, die Aussie Pearls, im Finale auf Sunnybank und konnten sich eindeutig mit 31:10 durchsetzten. (Die Mädchen der Aussie Pearls wurden unter anderem von “IRB-Player of the Year” Emily Cherry gecoacht, da sie verletzungsbedingt nicht für die Aussie 7s Girls antreten konnte.)

Der erste Turniertag verlief jedoch sehr erfolgreich.
Um 10:50 Uhr fand unser erstes Spiel des Tages gegen das Team Nations statt. Als Gedrängehalb spielte ich die ersten 10 Minuten des Spiels, welches wir mit 24:0 für uns entscheiden konnten. Um 14:14 Uhr trafen wir auf St. George Stingrays und gewannen auch diese Partie mit einem Endstand von 20:7. Und es wurde ein verdammt langer Turniertag für uns und das Team Albany Creek, denn wir trugen das letzte Spiel des Tages um 17:21 Uhr gegeneinander aus. Wir wussten das die gegnerische Mannschaft dieses Spiel wohl sehr kontaktlastig gestalten wird, weswegen wir vor allem unsere läuferische Stärke einsetzten und die Versuche hauptsächlich über den Außenkorridor entstanden. Mit einem Enstand von 36:0 (und einem Blauen Auge, was ich zum ersten Mal in meiner Rugbylaufbahn kassiert habe :D) beendeten wir unseren ersten Turniertag auf Platz 1 in unserem Pool.
Das Halbfinale am Sonntag wurde auf dem Hauptplatz ausgetragen, was man sich somit im Internet über den Livestream anschauen konnte. (Meine Mama hatte sich tatsächlich den Wecker gestellt um pünktlich 4:24 Uhr dann Spiel zu sehen :))

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Das Turnier Noosa Sevens ist in Australien ziemlich hoch angesehen und unglaublich gut organisiert. Demnach kann man davon ausgehen, dass die Spiele auf einem relativ gutem Niveau stattfinden, was in meinen Augen auch der Fall war! Trotzdem fand das Halbfinale gegen Sunnybank nochmal auf einem anderem, höherem Level statt als die Poolspiele. Also auch innerhalb der Clubmannschaften herrschen große Unterschiede. Höchstwahrscheinlich war es uns nicht bewusst genug, dass der Sieg des Halbfinales einem nicht geschenkt wird. Es wurde ein verdammt hartes Spiel, direkt in der Mittagssonne, in dem ich gefühlt nur verteidigt habe. In den wenigen Phasen, in dem wir im Ballbesitz waren, schienen wir eher überrascht darüber, sodass sich dann niemand mehr an unser Spielkonzept erinnern konnte und “mal wieder” zu oft der Kontakt genutzt wurde. Wir brauchen definitiv das nächste Mal einen anderen Fokus und mehr Spannung vor dem Spiel! Den Fokus auf ein hartes Spiel in dem wir uns den Ball erkämpfen müssen!
Für mich persönlich was es das beste Spiel des Turniers! Es hat mich als Spielerin herausgefordert immer und immer wieder erneut aufzustehen um das nächste Tackle zu setzten. Es war zudem herausfordernd konzentriert dabei zu bleiben, trotz vielen Kontaktsituationen in der glühenden Hitze! (Und es ist hier erst Frühling, wie soll es wohl sein wenn man im Sommer Rugby spielt?) Und obwohl wir verloren haben, sagt mir das Ergebnis 10:7, dass wir auch einiges richtig gemacht haben. Wir haben als Team wirklich hart gekämpft, unsere Trainer waren sehr zufrieden und verlangen von uns für das nächste Turnier einfach nur, dass wir nicht die ganze Zeit selber in den Kontakt gehen, sondern den Ball spielen und der Verteidigung einfach Außen davon laufen :)

Next stop: Gold Coast Sevens!