Antwerp Rugby Club

EASTER RUGBY MIT DEM ANTWERP RC.

Ein Wochenende ohne Rugby? Damit konnte ich mich einfach nicht zufrieden geben. Ich fühlte mich fit, hatte Zeit und Gent ist von Köln aus gar nicht so weit weg. Und dort startete am Wochenende ein verdammt großes Turnier: Das Gent Rugby Easter Festival. Laut der Veranstalter kamen insgesamt 70 Teams (Männer, Frauen, U18 Jungs und Mädchen) in die belgische Stadt um 15er, 7er oder Touch Rugby zu spielen.

Eines der Teams war der Antwerp Rugby Club. Die Frauen haben sich ursprünglich als 15er Mannschaft beim Rugby-Festival angemeldet. Aus Spielermangel mussten sie jedoch in den 7er Wettkampf wechseln. Kurze Zwischeninfo: Letztes Jahr habe ich bei dem Turnier Nivelle 7s für eine belgische Mannschaft names Boitsford Rugby Club gespielt. Die hatten leider gar nicht vor in Gent  anzutreten. Aber auf Grund einer sehr gut funktionierenden Rugby-Community, konnte ich vermittelt werden… und da kommen wir wieder zu den Frauen aus Antwerpen.

Mit der Info “Ja klar, du kannst für uns spielen. Wir treffen uns um 9 Uhr am Platz B”, stand ich also am Samstag Morgen im kalten und verregneten Gent, spielbereit am Platz. Zu halb 10 trudelten die ersten Spielerinnen ein, die Trikots leider noch nicht. Die kamen erst mit einer anderen Spielerin zum zweiten Spiel um 14 Uhr an. Naja, ein T-Shirt tut’s auch. Wir, die acht Frauen, fingen gemächlich mit dem Warm-Up an. Wir konnten froh sein das schon acht spielfähig waren, so halbwegs. Denn die meisten hatten noch mit ihrem Kater zu kämpfen, und die anderen lagen wohl noch im Zelt.

Das waren natürlich keine perfekten Bedingungen für das erste Spiel des Tages. Trotzdem waren wir, die acht Spielerinnen, heiß auf die Begegnung mit dem holländischem Club Team Paarse Rebellen. Und auf dem Platz hat man keiner Spielerin mehr ihre Müdigkeit oder was auch immer, angesehen. Jede hatte 100 Prozent gegeben! Und obwohl wir dieses Spiel mit drei Versuchen verloren hatten, jetzt bekam ich erst richtig Lust auf die nächsten Spiele. Die Trikots und die restlichen Spielerinnen könnten dann aber auch mal kommen.

Um 14 Uhr sah die ganze Sache schon anders aus: Ich konnte mir ein passendes Trikot aussuchen und zwei Trainer organisierten das Warm-Up für die 12 Spielerinnen. Wir wurden perfekt vorbereitet auf unser zweites Spiel, diesmal gegen die Nationalmannschaft Georgien. So etwas ist immer cool, wenn man die Möglichkeit bekommt sich mit einer Mannschaft zu messen, die diesen Sport höchstwahrscheinlich auf einem höheren Niveau spielt als das eigene Team. Jedenfalls kennen sich die Spielerinnen auf dem Platz und trainieren womöglich regelmäßig zusammen.

Und ja, wir waren aufgeregt. Doch auf’n Platz haben wir einfach gezockt. Ich hatte keine Ahnung ob die Spielerin vor mir weit passen kann oder nicht. Wir hatten auch keine Kommandos in der Gasse oder irgendwelche krassen Varianten in der Hintermannschaft. Aber, und das ist so mit das entschiedenste auf dem Feld: Wir haben mit einander gesprochen – jede hat Verantwortung übernommen und ihre Tackles gemacht. In den letzten drei Minuten stand es 10:12 für Georgien. Nach mehreren ziemlich chaotischen Ballwechseln in unserer eigenen Hälfte bekam ich den Ball und entschied mich dazu den freien Platz an der Außenlinie entlang zu nutzen. Abstoppen war nicht mehr drin, jetzt musste ich die Beine in die Hand nehmen – Versuch Mitte-Goal! Sogar die Erhöhung gelingt mir ;) Das Spiel ging noch ziemlich spannend weiter. Als der Abpfiff kam, rannten wir zur Schiedsrichterin weil wir den genauen Punktstand gar nicht im Überblick hatten: 17:12 für Antwerp Rugby Club. Unsere Highlight des Turniers! Wir besiegten den Turnier-Finalist Georgia Ladies.

Und genau das ist 7er Rugby: Es kann einfach alles passieren. Manchmal auch das, was am wenigsten erwartet wird.

In den beiden Spielen gegen die niederländischen Development Teams Tulips und Windmills mussten wir uns leider geschlagen geben, sowie im Spiel gegen die Deutsche Nationalmannschaft. Nur das sechste Spiel des Turniers, gegen ein französischen Klub, konnten wir wieder gewinnen. Im Spiel um Platz 5, bin ich leider nicht mehr angetreten. Bereits im Spiel gegen die Franzosen habe ich so starke Schmerzen in meinem vorderen Oberschenkel bekommen, das ich nun kaum noch schmerzfrei gehen konnte. Wir verloren erneut gegen Paarse Rebellen und beenden das Turnier auf dem vorletzten Platz.

Obwohl wir im ganzen Turnier nur zwei mal als Sieger vom Platz gingen, haben wir die Spiele unglaublich genossen. Wir haben uns jedes Mal als wirklich starken Gegner präsentiert. Die Mannschaften waren sehr herausfordernd und trotzdem merkte man, sie sind nicht unschlagbar. Ich persönlich, bin unglaublich froh an dem Turnier teilgenommen zu haben, denn ich habe in jedem Spiel sehr viel dazu lernen können. Es war eine gute Vorbereitung für die kommenden 7er-Turniere.

Mein größter Dank geht an meinen Fahrer, Physiotherapeut und Trainer! Ohne ihn, wäre das alles wohl nicht möglich gewesen! Danke Daniel <3 

Alle Ergebnisse findest du im Menü unter Turniere.