Tigers gewinnen das Gedränge gegen Wasps

GOOD TEAMS WIN, EVEN WHEN THEY PLAY BADLY.

Es ist nun die vierte Woche in Folge in der es für uns Frauen des Cheltenham Tigers RFC am Sonntag heißt: GAMEDAY! Gespielt wurde diesmal auf einem der sechs Rugbyplätze der Wasps Ladies in London, Acton. In einem harten Kampf sicherten wir uns den dritten Sieg der Saison mit einem Endstand von 19:14. 

Das Heimspiel der letzten Woche starteten wir zwar hoch motiviert, jedoch ohne Druck – denn die Thurrock Ladies zu schlagen würde zwar alle vom Hocker hauen, aber keiner stellt in einem Spiel gegen den amtierenden Meister besonders hohe Erwartungen an uns. Und ohne Druck – wie man letzte Woche im heimischen Stadion gesehen hat – spielt man meist gelassener und dadurch einfach besser. Thurrock haben wir so tatsächlich geschlagen.

Doch an diesem Sonntag haben alle nur eines erwartet: einen Sieg! Unsere Trainer und jedes andere Team der Liga wahrscheinlich: Wer den Meister schlägt, wird wohl locker das Team schlagen, welches gerade in die Liga aufgestiegen ist. Und auch wir stellten hohe Erwartungen an uns, wir müssen dieses Spiel gewinnen! Doch mit solch einer Ansage kann man kein gelassenes und schönes Rugby spielen. Und tatsächlich: Wasps ging in der 5. Spielminute mit 7:0 in Führung.

Erst nach 20 Minuten haben wir es endlich geschafft den Ball sicher in die Hintermannschaft zu transportieren, sodass Full-back Emma schließlich unseren ersten Versuch legte (7:7). Mit einem weiteren Versuch durch Nummer 13 Meg gingen wir mit 12:7 in die Halbzeitpause.

Wie das lokale Nachrichtenmagazin Gloucestershire Echo in seinem Spielbericht beschreibt: “Half-Backs Viv Bahlmann and Bee Mocellin managed the game admirably in difficult circumstances” versuchten wir immer wieder das Spiel breit zu machen. Es gelang uns schließlich der dritte Versuch, in dem ich einen Straftrift schnell spielte und wir so die schlecht organisierte Verteidigung zu unserem Gunsten ausnutzen. Nummer 15 Emma punktete erneut mit Versuch und Erhöhung (19:7).

Doch auch der sehr starke Sturm der Gastgeberinnen schaffte es erneut sich mit Pick&Go’s in unser Malfeld zu kämpfen, was das Spiel nochmal spannend machte aber schließlich nicht ausreichte, um das Ergebnis zu drehen. In den letzten 7 Minuten zeigten wir eine starke Verteidigung fünf Meter vor unserem Malfeld – und das wurde mit einem Sieg von 19:14 belohnt.

Doch angefühlt wie ein Sieg hat sich das nicht, Wasps war meiner Meinung nach das stärkere Team. Sie waren mehr im Ballbesitz und ihr Sturm war uns ziemlich überlegen – sie dominierten die Rucks. Bis zum Abpfiff kamen wir nicht richtig ins Spiel.

Aber ein Sieg ist nun mal ein Sieg und wie Spielerin Laura so schön gesagt hat:

Good teams win, even when they play badly!

 

(Pfiff vom Schiedsrichter) “Ich weiß jetzt nicht was ich machen soll…”, naja es gibt hier in England halt auch schlechte Schiedsrichter die pfeifen und dann nicht wissen wer den Ball hat. Ob er seine Uhr lesen kann bin ich mir auch nicht sicher, das Spiel dauerte tatsächlich zwei Stunden :D Aber dass diesmal ein ziemlich katastrophales und chaotischen Rugbyspiel zu standen gekommen ist, will und kann ich nicht auf den Schiedsrichter schieben. Immerhin haben wir nun zwei Wochen Zeit um an unseren Rucks zu arbeiten und die ein oder andere Tackle-Einheit wird sicherlich auch dabei sein.

 

Women's Championship South 1

Women’s Championship South 1

 

Einer von sechs Plätzen der Wasps.

Einer von sechs Plätzen der Wasps.

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WE ARE JAPAN!

Genauso historisch wie der Start der Rugby Weltmeisterschaft 2015, war auch unser drittes Spiel der Saison 2015/16. Unser Genger, die Frauen des Thurrock Rugby Football Club, sind nicht nur der amtierende Meister unserer Liga, sondern haben in den letzen drei Jahren auch kein einziges Ligaspiel verloren – bis jetzt! Dem Cheltenham Tigers RFC gelingt der ‘unmögliche’ Sieg mit 17:15 Punkten im heimischen Stadion.

“Wenn Japan Südafrika schlagen kann, dann können wir auch Thurrock schlagen”.

Das war genau die richtige Botschaft an alle, und damit hatte Gedrängehalb Laura verdammt nochmal recht. In den beiden Trainingseinheiten der Woche verlangten die Trainer nur eins im Spiel gegen Thurrock: Wir wollen Punkte machen und deren Spiel einfach etwas…stören. Doch am Sonntag, nachdem wir alle den phänomenalen Sieg der Japaner gegenüber den Weltmeister aus dem Jahr 2007 Südafrika gefeiert haben, hatten wir alle mehr vor als ‘ein paar Punkte’ zu machen. Wir wollten das Ding gewinnen.

Und das war in der Mannschaft zu spüren. Im Vergleich zur letzten Woche in London, war diesmal jeder etwas mehr bei der Sache. Das erste Tackle war hart und jede Spielerin laut! Die Konzentration und der Fokus aufs Spiel waren da! Und genau das hat es möglich gemacht, das wir uns nicht vom ersten gegnerischen Versuch einschüchtern ließen.

Leider mussten wir erneut in den ersten fünf Minuten des Spiels eine herbe Verletzung hinnehmen. Unsere Nummer 9 Laura, verletzte sich an der Schulter. Sie versuchte noch weiter zu spielen doch nach der nächsten Aktion war dann klar, sie kommt vom Platz und ich dafür auf die Position des Gedrängehalbs.

Da die Trainer wussten, dass ich in der letzten Saison im 15er Rugby das Trikot der 9 getragen habe, wurde in diesem Fall auch so gewechselt. Nur im Training haben wir diese Kombination so bisher noch nicht geübt. Doch die Stürmer und ich, wir wurden schnell ein gutes Team – bis zu dem Punkt  als im Spiel einfach unglaublich viele Gedränge stattfanden und ich dann auch noch den Ball direkt beim Aufnehmen am Gedränge nach vorne fallen ließ. “Viv, you have one knock on, that it!” :D

Die Stürmer leisteten in diesem Spiel unglaublich gut Arbeit. Jedes unserer Gedränge haben wir sicher gewonnen und auch einige der gegnerischen. Diesmal konnte sich auch unsere Verteidigung sehen lassen – keiner wollte einfach einen schwarz-weißen Thurrock durchlassen, es war so knapp und wir mussten jeden weiteren gegnerischen Punkt verhindern. Unsere Hintermannschaft war im Angriff unglaublich gefährlich, doch leider wurde oft der letzte Pass nicht gefangen. Wir hätten durchaus einige Versuche mehr legen können…

In der 78. Spielminute stand es 17:15 für uns. Doch fünf Meter vor unserem eigenen Malfeld kassierten wir eine gelbe Karte. Aber unsere Verteidigung stand, immer wieder versuchte die Gegner mit Pick&Go sich ins Malfeld zu boxen, aber sie hatten keine Chance. Schließlich hielt eine Spielerin von Thurrock den Ball zu lange am Boden und der Schiedsrichter gab uns den Strafftet. Wir kickten den Ball ins aus und feierten uns wie die Japaner!

Auf der Internetseite des Thurrock RFC beschwert sich die Mannschaft in ihrem Spielbericht darüber, dass sie auf Grund des Schiedsrichters das Spiel verloren hätten. Als wir die Gelbe Karte erhielten, und sie den Straftritt, stand es nach Aussage des Schiedsrichters 19:15. Die drei Punkte des Penalty-Kick hätten also nicht zum Sieg gereicht, deswegen haben sie sich dagegen entschieden. Aber tatsächlich stand es zu diesem Zeitpunkt 17:15, was sich im Nachhinein herausstellte – der Schiedsrichter hatte sich einfach verrechnet. Meine Trainerin hat dazu nur gesagt: “If they were that good they wouldn’t have needed a penalty in the final minutes anyway!”

Women's Championship South 1

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Rugby Klub 03 Berlin

KANN ICH EIGENTLICH NOCH MEHR, AUßER GUT PASSEN?

Jeder Rugbyspieler kennt wahrscheinlich diese Gespräche mit dem Trainer, in dem er oder sie von einem wissen will, was man besonders gut im Rugby kann. „Was sind deine Stärken?“, sie wollen wissen, ob man eine reelle Einschätzung zu sich selbst hat und überhaupt weiß was man drauf hat. Ich hatte im Laufe der letzten Jahre einige solcher Gespräche. Irgendwann habe ich mich selber dabei ertappt, wie ich mir schon blöd vor kam, weil ich immer die gleiche Sache gesagt habe „Ich kann gut passen“. Ich habe mich gefragt, ob es wirklich das einzige ist was ich auf dem Rugbyplatz gut kann. Habe ich nicht noch andere Stärken, außer gute Skills?!

Ich liebe Passen. Seitdem ich von meiner Mama zum 13. Geburtstag diesen weiß-roten Gilbertball in der Größe 4 geschenkt bekommen habe, verbrachte ich viele Stunden in meinem Leben damit mir den Ball zu Hause selber hoch zu passen. Deswegen bin ich gerne etwas früher beim Training gewesen, um noch mit jemanden den Ball hin und her zu werfen. Am liebsten mit fast unüberwindbaren Distanzen. Oh yes!

Im Gegensatz dazu wurde meine Lauftechnik von meinen Freunden und Trainern liebevoll mit dem sogenannten ‚Baywatch-Style‘ betitelt. Weil ich wohl so langsam laufe wie die Baywatch-Bademeister in der Serie – nur das die Lauf-Szene dabei in ‘slow motion’ gezeigt wird. Wenn ich renne sieht das also aus wie slow motion, na klasse…

Und ich glaube, eine besonders begnadete Tacklerin war ich bisher auch nie. Ich habe die Leute zwar zu Boden gekriegt, aber keiner hat je gesagt: Boah, das ist eine wirkliche starke Verteidigung mit einer super Tackle-Technik wie aus dem Bilderbuch. Es war halt immer irgendwie solide, denke ich.

Gestern im Training mit den Cheltenham Tigers stand Tackletraining auf dem Programm, denn unsere Verteidigung im Spiel gegen Richmond war alles andere als solide. Erst arbeiteten wir daran als gemeinsame Linie die Angreifer unter Druck zu setzten und an den Rucks die sogenannten ‘Guards’ zu stellen. Dann wurde jeder im Eins-gegen-Eins Tackle herausgefordert. Erst schön weich mit Tackle-Kissen, dann knall hart Frau gegen Frau. Der Tackler macht kleine schnell Schritte auf der Stelle, der Gegner steppt vor ihm nach links oder recht und lässt sich umhauen.

Anschließend wurden zwei Spielerinnen herausgepickt die es so gut gemacht haben, dass sie es vor allen anderen nochmal zeigen sollten. Eine Spielerin davon war ich. Ich stellte mich also in den Kreis der Spielerinnen und tackelte erneut eine Spielerin um. Ein lautes „Ouuuuhhh“ war von den Spielerinnen zu hören. Das schien ein ganz ordentliches Tackle gewesen zu sein. Nach dem Training sagte Coach Dan zu mir „Hey Ballmääään, really good tackle technique!“ Wer hätte das gedacht…

Mein S&C Coach hat dazu gesagt: „Umso stärker ein Spieler in der Kniebeuge ist, desto mehr Power hat er beim Tackeln.“ Mit hinzu spielt natürlich noch die reine Technik. Aber das Gute ist, das ganze Krafttraining lohnt sich halt tatsächlich. Und in meinem Kopf weiß ich wie ein Tackle auszusehen hat, jetzt habe ich halt auch die Kraft es so zu machen.

Studie: Muscular Strength and Power Correlates of Tackling Ability in Semiprofessional Rugby League Players http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26200016

Was meine läuferische Leistung angeht, darin habe ich nach einigen Turnieren der letzten Saison sehr positives Feedback bekommen. Mein Sprint sieht mittlerweile so aus, als ob ihn jemand macht der tatsächlich ‚Laufen‘ könne. Kein Baywatch-Style mehr! Und auch bei den Tribe Sevens wurde ich als Center aufgestellt, was sie wohl nicht gemacht hätten wenn ich noch immer mit Slow-Motion-Lauftechnik rennen würde.

Ich finde das echt beeindruckend: Egal wie lange man schon Sport macht oder Rugby spielt, man lernt halt wirklich nie aus. Wenn man sich Ziele setzt und die zu 100 Prozent verfolgt, wird man irgendwann überrascht sein, wie man sich tatsächlich noch weiter entwickeln kann! Ich war es zumindest und werde weiter trainieren, an meinen Tackles & am Laufen arbeiten. Und natürlich an meinem Pass! Denn das was man gut kann, sollte einem bewusst sein und diese Stärke sollte man nutzen – das bedeutet auch, dass man sie nicht vernachlässigt!

Das nächste Mal wenn ein Trainer meine Stärken wissen will, werde ich hoffentlich etwas genauer überlegen müssen was ich sage und neben dem ‚Handling‘ vielleicht sogar noch etwas anderes nennen.

Tigers in new 'away kit'

RICHMOND FC WAR DAS BESSERE TEAM

Der zweite Spieltag verlief für uns Cheltenham Tigers weniger erfolgreich. Die Verletzung einer Spielerin in den 5. Spielminute sorgte in der Mannschaft für einen heftigen Einbruch. Wir mussten uns schließlich bei einem sehr harten Spiel den Gastgeberinnen des Richmond FC II 39:19 geschlagen geben.

Trotz miesem Muskelkater nach den ersten Trainingseinheiten der Woche, und nach dem 15er Spiel am Sonntag, habe ich die Woche gut überstanden und mich am Sonntag bereit für das zweite Spiel der Saison gefühlt. Nach einem kurzen ‚activity run‘ und Stretching am Morgen, begann meine erste Auswärtsfahrt nach London. Leider mit nur 17 Spielerinnen, was sich später als äußerst problematisch heraus stellte.

Doch die Mannschaft war gut drauf, die Stimmung im Reisebus war super. Mit dem Sieg der letzten Woche in der Tasche (57:0 gegen Henley), wollten wir alle nur eins: Den Platz an der Tabellenspitze behalten! Doch die Trainier haben uns auch klar gesagt, Henley hatte sicherlich nicht seinen stärksten Kader auf dem Platz – um gegen Richmond zu gewinnen, müssen wir mindestens genauso konzentriert und motiviert spielen wie zuvor.

Im wunderschönen und nagelneuem blauen ‚away kit‘ stellten wir uns also dem zweitem Frauenteam des Richmond FC. Der erste Kick, das erste Tackle, darauf kam es an – und genau so machten wir es, die ersten Minuten dominierten wir das Spiel. Doch dann passierte etwas, was der ganzen Mannschaft seine Spannung genommen hatte. Kapitänin Bryony verletzte sich am Knöchel, sie musste schließlich vom Platz getragen werden. Bry ist mit die wichtigste Spielerin in unserem Spielsystem. Die Trainer mussten also umstellen, doch jede Alternative zu ihr ist nur halb so gut wie sie auf der Position der Nummer 8.

Es fielen Versuche vom gegnerischen Team – erst einer, dann zwei, dann der dritte. Was uns schließlich das Spiel rettete, war Vizekapitänen Meg. Nach jedem gefallenen Versuch nahm sie uns alle zusammen und sagte folgendes: Wir müssen dran bleiben, wir dürfen nicht aufgeben. Das Spiel ist noch lange nicht vorbei und wir sind individuell gut genug um hier ein schönes Rugbyspiel zu spielen und Versuche zu legen.
Es ging nicht mehr um unser System, um unsere Varianten – jetzt ging es nur noch um unsere Einstellung. In der letzten Aktion vor der Halbzeit liefen wir ins gegnerische Malfeld ein und sorgten endlich für unsere Punkte.

Zu Beginn der zweien Halbzeit starteten wir so, wie in der Ersten. Waren wir Tigers im Ballbesitz, waren wir unglaublich gefährlich. Wir legten noch zwei Versuche, doch Richmond insgesamt sechs. Meist kämpften sie sich nah an den Rucks vorbei. Leider haben wir die Bälle einfach zu schnell wieder verloren. Gefühlt habe ich das ganze Spiel nur verteidigt. An diesem Tag waren wir im Sturm leider zu schwach, wichtige Spielerinnen haben gefehlt.

Wir wissen, wenn wir das nächste Mal in Cheltenham gegen das Rot-gelbe Team spielen, kann das Ergebnis ganz anders aussehen. Mit einem starken Kader schlagen wir das nächste Mal auch die Ladies aus Richmond!

Forward of the match: Emma Grace Mundy
Back of the match: Sara Hamilton

Die aktuelle Tabelle

Die aktuelle Tabelle

 

First match - first win

“THIS IS QUALITY”

In der vorigen Saison haben die Frauen der Cheltenham Tigers RFU beide Spiele gegen das Team aus Henley mit nur einem Punkt Unterschied verloren. Doch beim ersten Spiel der Saison 2015/16 der Woman’s Championship South 1 wurde es alles andere als knapp. Im Newlands Park, auf dem neuen main pitch, in neuen Trikots, zeigten wir mit einem Endstand von 57:0 eindeutig, dass die Tigers dieses Saison einiges vor haben! 

„This is quality!“ Trainer Dan war bereits von den zwei Rugbyeinheiten in der Woche mächtig begeistert. 25 Frauen waren beim Training, die Stürmer arbeiteten hart und die Varianten in der Hintermannschaft liefen einwandfrei!

Doch da Cheltenham nicht nur ein Frauenteam in der „Zweiten Liga“ hat, sondern ein weiteres Team in der Women’s NC South East West 1, wurden diesmal nur 19 Spielerinnen für das erste Team nominiert. Viele Spielerinnen sind noch im Urlaub und einige Studentinnen noch nicht aus ihren Semesterferien zurück. Und man hat die Woche über gemerkt – bei einem Training mit so vielen Frauen sind drei Trainer auch wirklich nötig! Am Donnerstag-Training waren nur zwei Trainer aufm Platz und der eine hatte mit seinen 16 Stürmerinnen und dem daraus folgenden 8vs8 Gedränge ganz schön zu tun. Der wusste gar nicht auf welcher Seite er nun zu erst gucken sollte.

Dass ich die letzte Saison für den ASV Köln als Gedrängehalb gespielt habe, hat die Trainer hier wenig interessiert. Bereits im Training hat Dan gesagt „You play 12 like you never did anything else in your life“.

Am Spieltag ging es nach dem Warm-up für uns alle noch einmal in die Kabine, ich zog mir also das Trikot mit der Nummer 12 an und lief mit den anderen Tiger aufs Spielfeld. Strahlender Sonnenschein. Der Schiedsrichter wäre wohl der Beste den wir in dieser Liga bekommen würden. Er pfiff unglaublich streng, wurde der Ball auf gleicher Höhe gepasst und nicht EINDEUTIG nach hinten, gabs ein Gedränge. Wir hatten sehr viele Gedränge in diesem Spiel – die gegnerischen haben wir fast alle verloren. Aber deren Hintermannschaft ist nicht einmal ein Durchbruch gelungen. Die haben den Ball nicht einmal bis auf ihren äußersten Spieler transportieren können.

Nach unseren gewonnenen Gedrängen haben wir meist mit der Nummer 8 gespielt. Und die hat jedes Mal ein paar gute Meter gemacht, das war schon krass! Die Hintermannschaft hat vor allem nach den Gassen sehr gute Angriffe starten können. In der Halbzeit haben die Trainer uns zu verstehen gegeben, dass sie komplett zufrieden sind mit unserem Spiel. Wir müssten einfach nur weiter so stark bleiben und nicht nachlassen!

Die Einstellung stimmte bei allen, keiner hat nachgelassen – und das hat vor allem die Kapitänin unglaublich glücklich gemacht. Nach der Saisonpause und dem leider ausgefallenen Testspiel, war das ein verdammt gute Leistung von allen Spielerinnen.

Der krönende Abschluss fand nach dem Spiel im Klubhaus statt. Beide Teams zeichneten ihre besten Spielerinnen dieser Partie aus. Beste ‘Tiger’-Stürmerin des Spiels wurde Maddie, die nach einer Verletzung durch einen Autounfall zwei Jahre kein Rugby spielen konnte und nun ihr ersten Spiel sogar durchgespielt hat!!!

„Best ‚Back of the match‘ is a girl who just landed on a plane seven days before – Vivian Bahmann’“ :)

Schon in wenigen Tagen stehen wir alle wieder auf dem Platz – diesmal aber auf dem des Richmond FC in London . Auch gegen dieses Team wurde Hin- und Rückspiel der letzten Saison jeweils mit nur einem Punkt verloren. Und gegen die, sagen die Trainer, müssten wir wohl noch eine Schippe drauf legen.

Am Sonntag heißt es also erneut: “Good attitude = good performance = good results!”

Meine ersten Tage in England…